Teil 2 der Geschichten vom Bhf
Wir lassen häufig das Rolltor ein bisschen hoch, wenn wir dabei sind die Waren einzuräumen und abzubacken, damit die Luft nicht allzu stickig ist. Das ist gut, weil es gerade im Sommer, durch die Backöfen ziemlich heiß wird und wir auch im Winter schwitzen, solange die Rollläden nicht oben sind. Nun haben wir auf der Arbeit eine Seuche und zwar, dass ab 4 Uhr die Läden zwar noch zu sind, allerdings die Ladentür schon offen, sodass jede Menge Kunden schon vor Ladenöffnung reinkommen und nach Brötchen fragen, die wir noch nicht fertig haben, oder Kaffee kaufen. Eines Samstagmorgens standen wir also zu Zweit hinter dem Thresen, hatten gerade die ersten Kunden vor Ladenöffnung abgefertigt und waren dabei die Waren einzuräumen als wir plötzlich ein dünnes Stimmchen aus dem Nichts hören. „Entschuldigung, bitte!“ Die Rolläden waren etwa 60cm hochgezogen, und eine junge Frau arbeitet sich mühevoll darunter vor. Die Kollegin und ich guckten ziemlich entgeistert, ob dieser kuriosen Geburt. „Entschuldigung, haben Sie wohl schon Brötchen?“ Die Frau guckt uns ziemlich geschafft an und grinst. „Ja klar, aber kommen Sie doch am Besten rum, die Ladentür ist auf.“ Ich habe noch nie jemanden so schnell von Rot auf Weiß wechseln sehen.
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Wir haben bei uns am Bahnhof keine Toilette. Stimmt natürlich nicht, wir haben eine Toilette, aber halt keine Kundentoilette und auf Unsere darf halt niemand außer uns.Das wurde auch einem Mann gesagt, der darüber nicht sehr erfreut war. Seine Begründung, weswegen er doch darauf dürfte war, dass er vom Gesundheitsamt sei. (Der Mann war als Kunde da und nicht im Dienst) Als die Kolleginen ihm die Toilette weiterhin verwehrte, zweigte er wohl seinen Ausweiß und drohte der Chefin damit, das er ihr den Laden zumachen würde, wenn sie ihn nicht auf Toilette gehen lassen würde. Nachdem ihm die Hygienebelehrungenvon der Chefin und meiner Mitbewohnerin, die an dem Tag mit ihr gearbeitet hatte, gezeigt worden waren um ihm deutlich zu machen, dass alles formal seine Ordnung hatte, lungerte er noch eine ganze Zeit vor dem Laden herum und beobachtete die Beiden bei der Arbeit. Seiner Frau, die ihn begleitete schien das Verhalten ihres Mannes wohl nicht neu und ziemlich peinlich zu sein.
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Wir haben manchmal Proben auf dem Thresen stehen, die sich die Leute dann da wegnehmen können. Wir haben auch einen alten Mann, der ständig durch den Bahnhof tingelt und es lustig findet, uns, oder unseren Kunden zu erzählen, die Wahren seien nicht frisch. Eben dieser alte Mann zog wieder seine Bahnen und gackerte mich an. „Na, sieht ja lecker aus, wenn das mal von heute wär.“ „Das ist von Heute. Wir haben keine Waren von Gestern.“ „Na, aber wenn das mal umsonst wär.“ „Das ist es doch. Von dem Tellerchen können sie sich was zum probieren nehmen.“ „Wirklich?“ Plötzlich bekommt er ganz große Augen, grabscht auf den Teller und hat es ganz eilig, mit der Hälfte des Tellerinhaltes wegzukommen.
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Das letzte Erlebniss ist noch gar nicht so lange her. Eine Gruppe von Übriggebliebenen an einem Samstag Morgen war der Kollegin schon ziemlich auf den Sender gegenagen und sie hatte die Männer schonmal weggeschickt.
Einer von ihnen kam zurück und lehnte sich auf den Thresen. „Sagen Sie, haben Sie eigentlich erotische Phantasien zu ihrem Beruf?“ Die Information wird gerade noch von meinem Gehirn verarbeitet, da legt er noch einmal Einen oben drauf.“ Glauben Sie, dass ihr Traummann hier auftaucht? 1.92 groß, dunkle Haare, dunkel Augen.“ Meine Gedankengang, dass das wohl die schlechteste Anmache auf Gottes Erde ist und er sich dafür nach dem Ausnüchtern tödlichst schämen wird, findet ein rasches ende als er weiterredet. „Also ich steh ja auf auch auf Männer. Mit breiten Schultern und schmalen Hüften. Obwohl die Hüften sind mir egal.“Sein Kollege ist weniger betrunken als er und taucht neben ihm auf. „Sagen Sie ihm, dass er ein Schwein ist und das sie die Polizei rufen, wenn er nicht gleich verschwindet. Dann nehm ich ihn mir und wir verschwinden.“ Ich stehe da noch etwas platt und gucke die Zwei an. „ Tun wir doch einfach, als hätte ich es schon gesagt, aber wir überspringen den Teil in dem ich es gesagt habe.“Er klopft seinem betrunkenen Freund auf die Schulter. „Komm, das müssen wir uns nicht bieten lassen. Wir gehen jetzt!“
Zurück lassen sie eine müde und verwirrte Bäckereiaushilfe, die sich fragt, warum man sie bei sowas nicht vorwarnt.
Der Betrunkene kehrte dann nochmal zurück um sich für seinen weniger betrunkenen Freund zu entschuldigen. „Tut mir leid, er hat nen Stock im Ars*** aber dafür ein riesen Ge.n.it.a.l.“ Er wurde diesmal weniger freundlich von dem Kollegen weggezerrt und ließ diesmal eine Bäckreiaushilfe zurück, die etwa 3 Minuten brauche, bis sie realisiert hatte, was da eben gesagt worden war und sich dann zum Lachen nach hinten in die Backstube verdrückte.